Aufgabe
Workshop
Mitarbeiter
Ulrich Hahnefeld, Stephan Schrick (SHE_arch)
Bauherr
auf Einladung der Behöde für Stadtentwicklung und Umwelt
Standort
Material
Datum
17. - 24. Juli 2003
Zahlen
 
Workshop Sprung über die Elbe · Hamburg
Zukunft


Sprung über die Elbe

Am 24. Juli präsentierte die Behörde für Bau und Verkehr die Ergebnisse des Workshops "Sprung über die Elbe". Thema der Internationalen Entwurfswerkstatt war die Entwicklung des Raumes zwischen der Hamburger Innenstadt und Harburg. Durchgeführt wurde die Werkstatt vom 17. bis 24 Juli im Schuppen 52 A auf dem Kleinen Grasbrook. Beteiligt waren rund 140 Architekten, Stadt- und Landschaftsplaner, Hochschullehrer und Studenten, Vertreter ortsansässiger Initiativen und Behörden sowie BürgerInnen aus Wilhelmsburg und Veddel.

Das gesamte Themenfeld wurde in die 5 Gebiete aufgeteilt: "Brückenschlag", "Arbeitswelten am Reiherstieg", "Die neue Mitte", "Stadtrand" und "Sprung über die Elbe". Jeder dieser Bereiche wurde von jeweils 3 Teams aus je 8 - 12 Personen bearbeitet.

1. Brückenschlag

Das Gebiet umfasst Teilflächen des Kleinen Grasbrook, von dem aus unter Einbeziehung der Veddel und des Spreehafens eine Brücke auf die Elbinseln geschlagen werden sollte. Eine Gruppe aus gmp Architekten mit den Landschaftsplanern WES und Partner zusammen mit Professor Shiling Zheng aus der Partnerstadt Shanghai entwickelten für den Kleinen Grasbrook ein Quartier aus Wohnen und Gewerbe, das durch eine Kette von Punkthochhäusern eingefasst wird. Brücken schaffen Verbindungen zwischen City, Grasbrook und Wilhelmsburg.

Ein Team aus Mitarbeitern der Hamburger Büros BRT (Bothe Richter Teherani) und SHE_arch mit den Freiraumplanern arbos, sowie EMBT (Benedetta Tagliabue) aus Barcelona und Professor Jiang Wu aus Shanghai plante "einen filigranen Nutzungsteppich über den Grasbrook" und "betonte die Höftspitzen gegenüber der HafenCity mit architektonischen Highlights. Eine Verbindung über die Elbinseln wird über spektakuläre Brückenbauten hergestellt".

Eine dritte Gruppe setzte sich zusammen aus Massimiliano Fuksas (Rom), Landschaftsarchitekt Axel Lohrer (Waldkraiburg) und Professor Zhiqiang Wu, Shanghai, Institute of Urban Planning and Architecture, Tonji University. Ihre Leitidee war es, den Grasbrook in ein Hafenarchipel zu verwandeln. Auf Inseln werden "linsenförmige Kernbereiche mit unterschiedlichen Nutzungen angesiedelt. Die abgeflachten Ränder zum Wasser hin können sich zu tiedebeeinflussten Auenwäldern entwickeln oder auch als Strand dienen".

2. Arbeitswelten am Reiherstieg

Trojan und Trojan aus Darmstadt, Spengler und Wischolek (Hamburg) und Landschaftsarchitekt Dieter Schoppe (Hamburg) schlugen Häuser auf Stelzen am Nordrand des Spreehafens und einen Aussichtspunkt am Spreehöft vor. AMP Arquitectos aus Teneriffa und die Hamburger Landschaftsarchitektin Christiane Sörensen betrachten den Deich auf dem Reiherstieg als eine Art Rückrat und stellt über Stichkanäle Verbindungen her. Mitarbeiter des Büros Steidle und Partner (München) und der Hamburger Büros PPL (Prof. Laage) und KBNK sowie Landschaftsarchitekten IPL(Uwe Isterling) und Hanna Bornhold aus Berlin entwarfen eine Parkzone entlang des Deiches und betonen die Wasserkante durch so genannte Nutzungsschollen.

3. Die neue Mitte

Unter "neuer Mitte" ist die zentrale Nord-Südachse zwischen der Hamburger Innenstadt und Harburg zu verstehen, die durch "städtebaulich nicht ausgeprägte Mitte" Wilhelmsburgs verläuft. Für diesen Raum sollte "ein Leitbild formuliert und dabei die Frage beantwortet werden, ob Wilhelmsburg eine bauliche oder eine grüne Mitte braucht". Ein Team um Kees Christiaanse (Köln / Rotterdam), dem Berliner Landschaftsarchitekten Kamel Louafi und der Hamburger Stadtplanerin Roswita Düsterhöft vertiefte das vorhandene Konzept der internationalen Gartenschau und stärkte die Ost -West Bezüge durch die eine Verbindung zum Reiherstieg. Hernri Bava, Landschaftsarchitekt aus Paris und Karsruhe, entwickelte in Zusammenarbeit mit Alex Wall aus Karlsruhe und Rolo Fütterer aus Rotterdam ebenfalls die Ost-Westverbindung weiter, insbesondere durch die Absenkung der Wilhelmsburger Reichsstraße auf Höhe des S-Bahnhofs. Der Landschaftsarchitekt Steen Hoyer aus Humlebaek, Stadtplaner Alban Janson aus Stuttgart und die Architekten Hild und K. aus München schlagen im Herzen Wilhelmsburgs umfangreiche Wasserflächen vor, um die sich Rathaus, Bürgerhaus und weitere öffentliche Einrichtungen gruppieren sollen.

4. Stadtrand

Dieses Teilgebiet bezieht sich auf den östliche Stadtrand Wilhelmsburgs bis hin zur A 1. Südlich bildet die Süderelbe die Grenze des Bearbeitungsgebietes, nach Norden hin schneidet es die ehemalige Mülldeponie Georgswerder und die den Bereich Obergeorgswerder an. Landschaftsplaner Setfan Rotzler aus Winterthur, Kunst und Herbert, SEHW (beide Hamburg) und andere wollen den Wilhelmsburger Ostens in das Konzept der Internationalen Gartenschau einbeziehen. Hallenschauen sollen auf dem jetzigen Spülfeld in Obergeorgswerder stattfinden, der Bereich der Dove-Elbe soll aufgewertet werden. Auch die Baufrösche aus Kassel beziehen den Wilhelmsburger Osten in die Gartenschau-Planungen ein und entwickelten ein Konzept für Garten-Wohnen und Elbe-Freizeit. Der Müllberg soll mit Solarelementen bestückt und somit zur Landmarke werden. Henk Döll, Architekt aus Rotterdam und Guido Herbst, Landschaftsarchitekt aus Hamburg, stärken die Dove-Elbeachse. Der Strand am südlichen Inselrand soll erweitert werden. Die Großsiedlung Kirchdorf-Süd soll langfristig "abgetragen" werden.

5. Sprung über die Süderelbe

Sprung über die Süderelbe vom Südufer der Insel Wilhelmsburg zum Harburger Binnenhafen. Mitarbeiter des Büros David Chipperfield aus London, Dinse Feest Zurl, Prof. Fusi und Landschaftsarchitekt Ando Yoo (alle Hamburg) möchten die südlichen Uferzonen begrünen und die Harburger Schlossinsel mit einer "hochwertigen Bebauung" versehen. Eine Hamburger Gruppe um die Architekten Bernhard Winking, Heinz Schöttli (Hamburg/Zürich), die Stadtplanerin Elke Pahl-Weber und den Freiraumplaner Thomas Tradowsky schlägt das Gegenteil vor: Auf der Schlossinsel soll eine Parklandschaft entstehen, in den umliegenden Bereichen soll gewohnt und gearbeitet werden. Hamburgs "junge Wilde", ÜberNormalNull, Blauraum Architekten, Urbanista und Andreas Bunk gingen auf Schatzsuche im Hamburger Süden. Dabei entstand am Südufer Wilhelmsburgs ein Strand, vorerst nur auf dem Plan. Die Ergebnisse der Entwurfswerkstatt wurden in der Zeit vom 29.7.2003 bis zum 14.8.2003 im Schuppen 52 A, Freihafen, Australiastraße, ausgestellt. Öffnungszeiten: täglich 9.00 - 19.00 Uhr. Eine Broschüre über den Workshop ist erhältlich.

(Quellen: Pressemeldung Behörde für Bau und Verkehr 30. Juli 2003)